Der Individuelle Bildungsurlaub

Der individuelle Bildungsurlaub richtet sich an Personen, die:

  • an Kursen teilnehmen
  • sich auf Prüfungen vorbereiten und diese anschließend ablegen
  • oder jeder sonstigen zugelassen Fortbildungstätigkeit nachgehen möchten

Der individuelle Bildungsurlaub richtet sich an:

  • Arbeitnehmer
  • Selbstständige
  • Freiberufler

Zulassungsvoraussetzungen:

Um in den Genuss des individuellen Bildungsurlaubs zu gelangen, müssen die Selbstständigen und Freiberufler seit mindestens 2 Jahren in Luxemburg sozialversichert sein. Um in den Genuss des individuellen Bildungsurlaubs zu gelangen, müssen die Arbeitnehmer:

  • üblicherweise an einem auf dem luxemburgischen Hoheitsgebiet gelegenen Arbeitsplatz beschäftigt sein;
  • durch einen Arbeitsvertrag an ein(e) ordnungsgemäß in Luxemburg niedergelassene(s) Unternehmen oder Vereinigung gebunden sein;
  • zum Zeitpunkt des Urlaubsantrags seit mindestens 6 Monaten bei ihrem Arbeitgeber beschäftigt sein.


Die Meinung des Arbeitgebers muss eingeholt werden.


Welche Fortbildungen werden für den Bildungsurlaub bewilligt?

Zulässig sind die in Luxemburg sowie im Ausland von folgenden Trägern angebotenen Fortbildungen:

  • von der Arbeitnehmerkammer (Chambre des salariés - CSL) und den anderen Berufskammern;
  • von diesbezüglich vom Ministerium für Erziehung und Berufsausbildung individuell zugelassenen Stiftungen, natürliche Personen und privatrechtlichen Vereinigungen;
  • von den Einrichtungen, die das Statut einer öffentlichen oder privaten Schule besitzen, von den öffentlichen Behörden zugelassen sind und von diesen Behörden bestätigte Zeugnisse ausstellen.


Die Fortbildungen, an denen der Antragsteller teilnehmen möchte, müssen nicht zwingend im Zusammenhang mit seinem jeweiligen Arbeitsplatz stehen. Sie können während der Arbeitszeiten oder in Form von Abend- bzw. Wochenendkursen stattfinden.

Berechnung der Zahl der Urlaubstage für den individuellen Bildungsurlaub:

Jeder Arbeitnehmer verfügt über 80 Tage Bildungsurlaub, die er im Laufe seiner beruflichen Laufbahn in Anspruch nehmen kann. Diese Bildungsurlaubstage können wie folgt genommen werden:

  • 20 Tage während eines Bezugszeitraums von 2 Jahren
  • Minimum 1 Tag jedes Mal
  • während der Dauer des Bildungsurlaubs gelten weiterhin die gesetzlichen Bestimmungen in Sachen Sozialversicherung und Kündigungsschutz.


„1 Tag Bildungsurlaub” entspricht jedoch nicht „1 Arbeitstag”, sondern einem Drittel eines Arbeitstages: Die Zahl der aufgewandten Stunden wird in Arbeitstage umgewandelt. 8 Stunden Fortbildung entsprechen einem Arbeitstag. Demnach muss jeder 8-stündige Ausbildungstag durch 3 geteilt werden, um die Anzahl der „Tage für individuellen Bildungsurlaub” zu berechnen. Das Ergebnis wird gegebenenfalls abgerundet.

Rechenbeispiel im Falle einer 38-stündigen Fortbildung:
38 / 8 = 4,75 Ausbildungstage
4,75 / 3 = 1,58 Tage Bildungsurlaub (muss abgerundet werden)
Eine 38-stündige Fortbildung eröffnet demnach den Anspruch auf 1,5 Tag Bildungsurlaub.
Bei Teilzeitbeschäftigten wird die Zahl der Bildungsurlaubstage verhältnismäßig berechnet.


Vorgehensweise

Der Antragsteller muss seinen Antrag 2 Monate vor Beginn des beantragten Urlaubs bei der Abteilung für Berufsausbildung (Service de la formation professionnelle) im Ministerium für Erziehung und Berufsausbildung (Ministère de l'Education nationale et de la Formation professionnelle) einreichen.

Hierfür muss er:

  • das besagte herunterladbare Formular ausfüllen
  • seinem Arbeitgeber (im Falle des Arbeitnehmers) zwecks Stellungnahme vorlegen;
  • das ordnungsgemäß ausgefüllte Formular zum Ministerium für Erziehung und Berufsausbildung einschicken und die erforderlichen Belege beifügen.


Der Antragsteller bekommt dann eine Antwort auf den Antrag mit der genehmigten Stundenanzahl. Der Arbeitgeber kann den Antrag an Bildungsurlaub nicht verweigern. Er kann den Bildungsurlaub verschieben, wenn die Abwesenheit des Arbeitnehmers den ordnungsgemäßen Betrieb des Unternehmens oder die Urlaubsplanung des restlichen Personals erheblich stört.


Kostenerstattung

Bei Arbeitnehmern füllt der Arbeitgeber den vom Ministerium für Erziehung und Berufsausbildung zur Verfügung gestellten Kostenerstattungsantrag aus und fügt diesem eine Lohn-/Gehaltsabrechnung (mit Angabe des/der genauen Datums/Daten der tatsächlich für die Fortbildung aufgewandten Tage) sowie eine Teilnahmebescheinigung bei, die der jeweilige Arbeitnehmer ihm aushändigen muss.

Die jenigen Personen, die einer selbstständigen oder freiberuflichen Tätigkeit nachgehen, gelangen ebenfalls in den Genuss einer direkt vom Staat gezahlten Ausgleichsentschädigung. Diese Entschädigung wird auf der Grundlage des im vorangehenden Geschäftsjahr als Berechnungsgrundlage für die Rentenversicherung verwendeten Einkommens bestimmt und darf das 4-Fache des sozialen Mindestlohns für nicht qualifizierte Arbeiter nicht überschreiten.

Suivez-nous